Der Bauer an seinen durchlauchtigen Tyrannen
Gottfried August Bürger
Wer bist du, Fürst, daß ohne Scheu
Zerrollen mich dein Wagenrad,
Zerschlagen darf dein Roß?
Wer bist du, Fürst, daß in mein Fleisch
Dein Freund, dein Jagdhund, ungebleut
Darf Klau und Rachen haun?
Wer bist du, daß durch Saat und Forst
Das Hurra deiner Jagd mich treibt,
Entatmet wie das Wild? -
Die Saat, so deine Jagd zertritt,
Was Roß und Hund und du verschlingst,
Das Brot, du Fürst, ist mein.
Du Fürst hast nicht bei Egg und Pflug,
Hast nicht den Erntetag durchschwitzt.
Mein, mein ist Fleiß und Brot! -
Ha! du wärst Obrigkeit von Gott?
Gott spendet Segen aus; du raubst!
Du nicht von Gott, Tyrann!
Mit dem Sturm und Drang trat die Aufklärung in eine neue Phase ein. Zu der “vernünftigen” Kritik an den bestehenden Herrschaftsverhältnisen gesellte sich eine gefühlsbetonte Sprache.
Das Drama (siehe Gattungen) war die wichtigste literarische Form dieser Epoche, da ihm eine aufklärerische, erziehende, bildende Rolle zugeschrieben wurde. Meisterwerke sind Schillers “Die Räuber” und “Götz von Berlichingen” von Goethe, deren Thema die gesellschaftlichen Verhältnisse und der Freiheitskampf gegen diese war.
Auch Goethes “Die Leiden des jungen Werthers” muss hier erwähnt werden. Hier ist das Buch: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=3793&kapitel=1. Es handelt sich um einen Briefroman, der dem Autor die Möglichkeit gab, seine Auffassungen auch in unkonventioneller Sprache durch die Feder eines Anderen zu schreiben.