Vormärz bedeutet “vor der Märzrevolution 1848″.
Biedermeier und Junges Deutschland waren zwei unterschiedliche Strömungen, zwei unterschiedliche Reaktionen auf eine unbefriedigende polititische Situation in Deutschland.
1815, nach dem Wiener Kongress, wurde der Deutsche Bund gegründet, der aus 39 Einzelstaaten bestand. Die deutschen Burschenschaften (studentische Verbände, gibt es bis heute: http://www.burschenschaft.de/) forderten einen deutschen Nationalstaat. Nach ihrem Verbot herrschte eine Atmosphäre aus Überwachung und Zensur.
1834 wurden die innerdeutschen Zölle abgeschafft und 1848 kam es endlich zur Märzrevolution und zur in deren Folge 1871 zur Gründung eines deutschen Reiches. Der König von Preussen wurde zum Kaiser von Deutschland. Die Hoffnungen auf gesellschaftlichen Fortschritt hingegen wurden nicht erfüllt.
Versetzen wir uns nun in die Zeit nach dem Wiener Kongress. Wie konnte man reagieren? Wie reagierten die Menschen? Die einen schwärmten von einer “guten alten Zeit” und verkrochen sich hinterm Ofen. Man nannte das auch “Geselligkeit im kleinen Kreis” und “Zurückzogenheit ins Private”. Das war der Biedermeier. Andere hingegen träumten von und kämpften für ein freiheitliches Vaterland und wollten dafür die Kleinstaaterei durch privilegierte Fürsten abschaffen. Diese Bewegung hiess Junges Deutschland. Ihr wichtigster Verteter ist Heinrich Heine. Sein bekanntestes und wichtigstes Werk ist Deutschland – ein Wintermärchen, wozu ihr hier alles findet: http://www.dieterwunderlich.de/Heine_deutschland.htm
Deutschland – einig Vaterland. Das war ein Traum. Diesen formulierte August Heinrich Hoffmann von Fallersleben in seinem Deutschlandlied, dessen dritte Strophe die heutige deutsche Nationalhymne ist. Inwieweit der Inhalt der anderen Strophen (insbesondere der ersten) heute problematisch ist, werden wir im Unterricht besprechen.
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt -
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang -
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand -
Blüh’ im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!
Das junge Deutschland war auch die Geburtsstunde der sozialistischen Literatur:
Bet und arbeit! ruft die Welt
Bete kurz! denn Zeit ist Geld.
An die Türe pocht die Not -
Bete kurz! denn Zeit ist Brot.
Und du ackerst, und du säst,
Und du nietest, und du nähst,
Und du, hämmerst, und du spinnst -
Sag, o Volk, was du gewinnst! Wirkst am Webstuhl Tag und Nacht,
Schürfst im Erz- und Kohlenschacht,
Füllst des Überflusses Horn,
Füllst es hoch mit Wein und Korn - Doch wo ist dein Mahl bereit?
Doch wo ist dein Feierkleid?
Doch wo ist dein warmer Herd?
Doch wo ist dein scharfes Schwert? Alles ist dein Werk! o sprich,
Alles, aber nichts für dich!
Und von allem nur allein,
Die du schmiedst, die Kette, dein? Kette, die den Leib umstrickt,
Die dem Geist die Flügel knickt,
Die am Fuß des Kindes schon
Klirrt – o Volk. das ist dein Lohn. Was ihr hebt ans Sonnenlicht,
Schätze sind es für den Wicht,
Was ihr webt, es ist der Fluch
Für euch selbst – ins bunte Tuch. Was ihr baut, kein schützend Dach
Hat’s für euch und kein Gemach;
Was ihr kleidet und beschuht,
Tritt auf euch voll Übermut.
Menschenbienen, die Natur,
Gab sie euch den Honig nur?
Seht die Drohnen um euch her!
Habt ihr keinen Stachel mehr? Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will. Deiner Dränger Schar erblaßt,
Wenn du, müde deiner Last,
In die Ecke lehnst den Pflug,
Wenn du rufst: Es ist genug! Brecht das Doppelloch entzwei!
Brecht die Not der Sklaverei!
Brecht die Sklaverei der Not!
Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!
(Georg Herwegh)
5. Dezember 2009 at 14:35
Grüß Dich,
Eine sehr interessante Seite. Mein Blog richtet sich maßgeblich am Vormärz und besonders am Jungen Deutschland aus.
Guck doch einfach mal vorbei;
http://freiesicht.wordpress.com/about/
Grüße
Hartung