Das Zeitalter der Aufklärung kann als Reaktion auf die Weltabgewandtheit des Barocks verstanden werden. Statt auf ein besseres Leben im Jenseits zu hoffen, sollten die Menschen ihre Lebenssituation im Diesseits verbessern. Sie sollten tugendhaft sein, weil dies richtig und nützlich ist und nicht aus Angst vor einem jenseitigen Leben in der Hölle, wie es die Kirchen predigten.

Der menschliche Verstand galt als Mass aller Dinge. In der Wissenschaft bedeutet das Rationalismus und Empirismus. Es entstehen die ersten Enzyklopädien.

Der Mensch sollte über die gesellschaftlichen Verhältnisse “aufgeklärt” werden. Daher der Begriff “Aufklärung”. Auch sollte er vom Wissen “erleuchtet” (span. “iluminado”) werden. Daher der spanische Begriff “Iluminsimo”.

Es liegt auf der Hand, dass der aufgeklärte Mensch auch von den biblischen Berichten nur das gelten lassen wollte, was wissenschaftlich erklärbar war. So wurden die “Wunder” Christi als fromme Erfindungen betrachtet. Auch wurde die “Auferstehung” Christi geleugnet. Siehe hierzu das Werk des Aufklärers Herrmann Samuel Reimarus: http://www.philos-website.de/index_g.htm?autoren/reimarus_g.htm~main2.

Toleranz statt Dogmatismus: Das war eine der zentralen Ideen der Aufklärung und kommt nirgends so gut zur Geltung, wie in Lessings Drama Nathan der Weise, dessen Ringparabel bis heute ein Paradebeispiel für religiöse Toleranz darstellt. Wir werden die Ringparabel im Unterricht hören und lesen. Hier ein interessanter Link dazu: http://www.judentum-projekt.de/lessingweb/Ringparabel.htm.

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